MALTESER errichten Feld-Krankenhaus in Erdbebenregion

Dr. Gudrun Müller aus unserem Nothilfe-Team behandelt ein kleines Mädchen, deren Hand durch herabfallende Trümmer verletzt worden war.WIEN/KATHMANDU - Malteser International errichtet in Nepal in der Region Sindhupalchok, nahe dem Epizentrum des neuen schweren Bebens vom Dienstag, ein Feld-Krankenhaus. In Zusammenarbeit mit dem University Hospital Dhulikel sollen die Verletzten in der Gegend um den Ort Lamosanghu schneller versorgt werden. Der Ort liegt 130 Kilometer nordöstlich von Kathmandu, rund 40 Kilometer von der Grenze mit Tibet/China entfernt an einer wichtigen Verbindungsstraße.

 

Das Ausmaß der Schäden ist gewaltig, zudem steht der Monsunregen bevor

 

„Es riecht nach Verwesung. Wir rechnen mit weiteren Toten unter den Trümmern“, sagt  die Leiterin des Malteser International Erkundungsteams, Dr. Marie Theres Benner. Die Gebäude in der Gegend sind zu 80 Prozent zerstört. „Die Menschen hier sind froh, dass die Hilfe zu ihnen kommt. Viele haben ihre Existenz verloren, sind verletzt oder haben Angehörige infolge des Bebens verloren“, so Benner. Eine Frau berichtete, ihr Mann sei von Gebäudeteilen beim ersten Beben schwer verletzt worden. Nachbarn hätten ihn ins zwei Stunden entfernte Hospital bringen können. Beim zweiten Beben hätte sie nichts mehr verloren, „weil unser Haus ja schon kaputt war“.

 

Die Gefahr einstürzender Häuser zwang Tausende Menschen in Nepal sich im Freien und in Zelten oder in behelfsmäßig errichteten Notunterkünften aufzuhalten 
Malteser International wird die Organisation und Versorgung der Gesundheitsstation, in der Diagnose, Behandlung und kleinere Operationen vorgenommen werden können, übernehmen. Zusammen mit Pflegern und Krankenschwestern aus dem University Hospital Dhulikhel werden die deutsche Ärztin Dr. Gudrun Müller und Rettungsassistent Tobias Kann das medizinische Personal stellen.
 
Zugleich verteilt Malteser International Lebensmittel und Hygiene-Pakete in der Region. 12 Dörfer mit 10.000 Personen erhalten die dringend benötigten Hilfsgüter. Malteser Internation ruft dringend zu weiteren Spenden für die Überlebenden der Naturkatastrophe auf.

 

MALTESER International

 

Foto: Tobias Kann